#3: 500 Jahre Bachfischet
Shownotes
Vor 500 Jahren soll der sogenannte Bachfischet, also der Brauch rund um die Reinigung des Aarauer Stadtbachs, das erste mal überliefert worden sein. Damit gilt der Bachfischet heute als ältester, fortlaufend praktizierter Brauch der Schweiz. In Aarau gehört die Tradition zu den allerwichtigsten Terminen im Festkalender und jede:r Aarauer:in, ob jung oder alt, kann das Bachfischet-Lied am Lampion-Umzug auswendig mitsingen. Wieso eigentlich, wo der Stadtbach doch längst nicht mehr die lebenswichtige Bedeutung für Aarau hat, wie einst? Die Historikerin Stefanie Mahrer, Mitautorin des Projekts Stadtgeschichte Aarau, erklärt uns in dieser Folge, wie der Bachfischet genau entstanden ist, wie er sich verändert hat und wie dem Brauch im 20. Jahrhundert neues Leben eingehaucht wurde, damit wir demnächst sein 500-Jahr-Jubiläum feiern können.
Feedback, Fragen und Kommentare zum Podcast nehmen wir gerne per Mail entgegen: podcast@stadtgeschichte-aarau.ch
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Stadtgeschichte ist ein Projekt der Stadt Aarau.
Redaktion, Moderation und Produktion der Folge: Barbara Mathys und Manuel Näf
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00:00:36: Stadtgeschichte Aarau Podcast.
00:00:19: Etwas so klingt das Bachfischertlied aus AarAU und an diesem Freitag ist es wieder soweit, es ist Bachfischer zu AARAU.
00:00:46: Dieses Jahr ist das etwas Besonderes.
00:00:48: Der Bruch feiert nämlich fünfhundert Jahre Jubiläum.
00:00:53: Die Heinrich Wiritzunft, die den Bachfischern organisiert bezeichnet als der älteste durend gelebte Brauch von der Schweiz und wir vom Podcast der Stadtgeschichte Aarau widmen am Bachfischen und seiner Geschichte unsere neusten Episoden.
00:01:09: Das sind Barbara Matys und Manuel Neff.
00:01:13: In der nächsten halben Stunde klären wir, welche Wurzeln der Brauch hat und wie man die Traditionen im Leben gehalten hat.
00:01:20: Wir machen das mit unserer Co-Autorin von der Stadtschicht mit Stefanie Marr.
00:01:26: Gerade zu dir, Stefanie!
00:01:28: Zuerst für alle, die den Brauch vielleicht nicht so gut kennen – also für Leute außerhalb von Aarall, die mir gerne geschwinkt schildern.
00:01:36: Es ist am Freitag, viertausend ab acht Uhr.
00:01:40: wo es plötzlich ganz feister wird in der Aarauer Altstadt.
00:01:43: Alle Strossenlaternen werden abgelöscht und auch jedes einzelne Schaufenster ist dunkel.
00:01:49: Ein paar Leute stehen am Strosserrand und warten, und dann gehört man davon weit mit sehr stammburen, später auch Kinderstimmen, die das Bach fischen lieb zu singen.
00:01:59: Im Umzug sind die King-Sitragen, die selber basteln den Laternen in die Stadt.
00:02:04: Die Laternen sind so an Hasuräuten dran, die noch Hasuplätter dran sein.
00:02:09: Ich kenne das von den, die ich selbst in der Altstadt gelebt habe.
00:02:12: Und vom Strosserrand – diese Laterne werfen eine wunderschöne warme Schiene auf die Altstadthäuser.
00:02:19: Es ist eine ganz verzauberte Stimmung!
00:02:21: Man merkt es ist eines meiner liebsten Brüche.
00:02:23: zu Aro Manuel.
00:02:25: Du bist Aro in die Schule und bist selber mitgelaufen als Jugendliche?
00:02:30: Was hast du für Erinnerungen?
00:02:32: Genau, ich bin einmal an dem Umzug mit gelaufen.
00:02:37: Natürlich ist das Bachfisch in Erinnerung sehr gut.
00:02:40: Das ist wirklich ein Lied, den wir schon beim Einstehen, bevor der Umzug überhaupt anfing, gesungen haben und dann den ganzen Umzug durch immer wieder das Lied gesungen hat.
00:02:52: Wir hatten trotzdem eine recht grosse Lampion, die wir zu vierten mussten tragen.
00:02:58: Und da waren wir schon ein bisschen stolz auf die grosse Lampiosumme, was ich auch noch gut in Erinnerung hatte.
00:03:06: Dass es dann doch auch noch schwer war mit den Kerzen, dass diese Lampiasen nicht fürgefangen haben, weil ganz am Schluss alle Kinder haben.
00:03:16: Das Lampio darf auf einem Haufen rühren, das ein riesiges Feuer gegeben hat.
00:03:20: Unsere Lampios sind an dem Zeitpunkt schon halb kaputt gewesen, weil es zwischendurch etwas Führgefangen hat.
00:03:27: Das ist mir sehr gute Erinnerung von diesem Bruch.
00:03:30: Nicht ganz alle Laternen landen ja am Schluss auf diesem Feuer.
00:03:35: Es hat auch immer wieder solche, die in den Schaufernsten ausgestellt werden.
00:03:38: Ist deine Jamma ausgestellt?
00:03:41: Leider nicht.
00:03:42: Ich habe mir das natürlich insgeheim immer gewünscht, aber ich weiss bis heute nicht genau wie die Lampios ausgewählt werden.
00:03:49: Aber unser Lampio war offenbar zu wenig spektakulär.
00:03:55: Trotzdem habe ich den Bachfischen sehr gut in Erinnerung.
00:03:59: Jetzt wollen wir über einen Bachfischer sprechen und zwar erst über den Ursprung von diesem Bruch.
00:04:04: Das machen wir ja gekündigt mit der Stefanie Mahrer keine Autorinne der neuen Stadtgeschichte von Aarau ist.
00:04:12: Schön bist du auch?
00:04:14: Ja, danke für die Einladung!
00:04:16: Der
00:04:17: Ursprung vom Bachfischern ist beim Bach putzen und das war ein Anlass, das schon immer wichtig war für den Stadt.
00:04:29: Wir haben hier eine Filmwochenschale von «Ninzehn Fünfzig», die darüber berichtet hat.
00:04:36: Seit undenkbaren Zeiten Reinigen die Aarauer jedes Jahr im September ihren Stadtbach.
00:04:45: Eine ganze Woche dauert die Arbeit!
00:04:50: Viele Lastwagen voll schlamm werden abgeführt und endlich kann der Herr
00:04:56: Stadtbachmeister
00:04:58: das Wasser in sein sauberes Bett zurückbleiben.
00:05:01: Eines im Jahr tut mir der Bach putzen, Stefanie Marer.
00:05:04: Der Bach für diese Stadt Aarau ... Was hat er für eine Bedeutung gehabt?
00:05:10: Für die mittelalterliche Stadt?
00:05:12: bis ins neunzehnte Jahrhundert hatte Bach Die Menschen mit Wasser versorgt, die Tiere mit Wasser.
00:05:18: Das Wichtigste war zum Feuerlöschen.
00:05:20: Es waren die Wasserkwellen und er hat den Träder angetriebt um Energie zu gewinnen.
00:05:26: Also es ist die einzige Wasserkwelle gewesen?
00:05:28: Man hatte keine Brünnen?
00:05:30: Wir
00:05:31: hatten keine Brüllen.
00:05:33: Am Arren steht auf einem Fels.
00:05:35: Der Arren ist zu weit unten.
00:05:37: Und aus diesem Grund hat man im Mittelalter den Bach ... wie abgeleitet und durch die Stadt geführt.
00:05:45: Ohne den Bach wäre es schwierig, in diesem Mittelalter auch zu leben.
00:05:50: Und dort ist man ein Wasserholen, das man in seinem Haus daheim gebraucht hat?
00:05:56: Durch das Wasserholz zum Trinken, zum Putzen – eigentlich für alles genau!
00:06:01: Das war aber irgendwann nicht so hygienisch, dann musste man putzen.
00:06:08: Wir kennen das ja nicht nur aus Aarau, sondern auch aus anderen Städten.
00:06:12: Man hat nicht nur Trinkwasser geholzt, es ist alles mögliche ein Abwasterdreig flassen.
00:06:16: Das ist das Einzige.
00:06:17: Es wurde einfach streckig und unhygienisch.
00:06:20: Und da ist auch ein Stück weit versandet.
00:06:22: Und wir mussten also den Bach von all dem Reinigen, was sich halt so über ein Jahr lang innen angesammelt hat?
00:06:29: Wie hat man dir das konkret gemacht?
00:06:32: Also einen Backputzen ist ja nicht so einfach!
00:06:35: Wie ist mir vorgegangen?
00:06:36: Ein fließender Bach putzen ist fast nicht gegangen.
00:06:39: Man hat den Bach abgeschlagen, man hat ihn gestaut bis ur.
00:06:45: Dass kein Wasser mehr fließt.
00:06:47: Denen Dümpeln, die übrig geblieben sind, hatten es nur ein paar Fische natürlich.
00:06:50: Die haben die Leute abgefischt und dann wurde der Trockengleitende Bach einmal im Jahr von den Männern aus dem Stadt geputzt.
00:06:58: Da
00:06:59: mussten alle mitmachen?
00:07:01: Das war für uns nirgendwo.
00:07:02: Du hast jetzt gerade
00:07:06: gesagt, dass wir vorher auch noch fischen.
00:07:09: D.h.,
00:07:09: der Name Bachfisch stand wahrscheinlich von dieser Tätigkeit, dass man einfach noch fische, bevor die Fische natürlich verändern werden aufgrund des Bachabschlags?
00:07:24: Ja es gibt kein Dokument, das beleidet aber man geht davon aus.
00:07:28: Eigentlich ist das eine logische Verlegung.
00:07:30: Wir fischen den Bach aus dem Bachfischen.
00:07:32: Wir haben
00:07:33: den Bach trocken geleitet, das heisst es hatte niemand Wasser.
00:07:39: Wie hat man das konkret gemacht?
00:07:41: Man braucht der Bach für vieles und wie hat man sich hier geholfen?
00:07:46: Wir hatten ganz viele Käste und Gefäße, die wir gehabt hatten.
00:07:53: Die Bachputzen fanden statt im September nach der grossen Erntezeit.
00:08:00: Männer haben ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt, aber vor der Weile auch.
00:08:05: Wo man die leeren Gefäße hatte, füllte man sie und musste das Wasser für ungefähr eine Woche in der Stadt lagern und festhoffte, dass diese Zeit kein grosses Feuer ausbricht.
00:08:16: Das ist offenbar nicht jedes Mal gutgegangen?
00:08:20: Nein, es ging nicht jedes mal gut.
00:08:21: Es gab durchaus Feuer und dann fehlte das Wasser.
00:08:24: Die Heinrich-Viritsunft, die durch Pflege anstelle, tut auf ihrer Homepage ein Feuer erwähnen von siebenzebentzevierundachtzig.
00:08:34: Sie hat es wirklich einmal gebrannt und gefällt das Wasser.
00:08:39: Dann hat man offenbar frühzeitig den Bach putzen unterbrochen und erhielt den Bach zurück, damit wir das Feuer lösen können.
00:08:47: Ich glaube nicht, für alles Gelenk gab es trotzdem recht einen Schaden aber ... Es zeigt, wie wichtig es der Bach war für das Feuerlöschen.
00:08:59: Erst um den Resservat wurde angeboten und hat gewisse Druck gehabt, die fürs Feuerlöschung gebraucht werden konnte.
00:09:07: Bis dann brachte man den Bach zum Feuerlüschen.
00:09:10: Und mit den Kesseln?
00:09:13: Mit den Kasseln hat man ein Wassergeschäft aus dem Bach gelöst.
00:09:19: Das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, wieso der Bach So, damit es durch die Stadt geleitet wurde, hat man für das Trinkwasser zum Beispiel den Bach auch neben der Stadtmauer durchführen können.
00:09:30: Aber eben wegen diesen Brennen muss es quasi zu Mitte des Stads sein.
00:09:35: Wegen dem Brenn und auch fürs Gewerb natürlich?
00:09:38: Also wenn innerhalb von der Stadtmauer ein Gewerbe angesiedelt hätte werden, die Kraft braucht, dann bräuchte man den Bach in der Stadt ja
00:09:48: mit Wasser.
00:09:52: Wir sind im Bach putzen, wo der Ursprung vom Bachfisch von diesem Bruch dort zu haben ist.
00:09:58: Noch heute ist offenbar den Bachputz nötig.
00:10:01: Stefan, ich mache dir etwas rüber!
00:10:04: Ja, so ein Bach wird überall putzt.
00:10:07: Vielleicht den ganz kurzen Abstecher, ich komme aus einem anderen Argauer-Dorf.
00:10:12: Dort haben wir als Schulkind auch einmal im Jahr der Bache putzt, da haben wir Vellos und alles Mögliche drin gefunden.
00:10:18: Der Bache wird heute noch putzt – das ist so!
00:10:22: Aber nicht mehr eine Freunddienst.
00:10:23: Das wird von Mitarbeitenden des Werkhofs gemacht immer noch in der Zeit.
00:10:29: um den Bach putzen.
00:10:31: Aber er wird seit dem Jahr zweitausend nicht mehr gestaut, einfach um die Tiere und die Pflanzenwelt zu schützen.
00:10:37: Das wäre so ein starker Eingriff.
00:10:39: Aber Putzt muss er immer noch werden!
00:10:50: Ja, nicht nur das Putzen ist heute noch in einer gewissen Form aktuell sondern eben auch das Fest oder der Brauch, was ja jetzt nicht nur mit dem Putzen vom Bach zu tun hat.
00:11:03: Wir lassen jetzt noch mal einen kurzen Ausschnitt aus den Film-Wochenschau von «Ninzehnfünfzig».
00:11:11: Wir gehören in diesem
00:11:27: Beitrag schon, wie sich der Bruch ein Stück weit entwickelt hat.
00:11:31: und Stefan Imar, die Frage ist jetzt an dich.
00:11:35: Wie hat sich der Brauch verändert und wieso hat es eine Zeit gegeben, wo man den Brauch eigentlich fast gar nicht mehr gefeiert hat?
00:11:43: Ein Brauch entsteht ja nicht und bleibt dann über fünfhundert Jahre.
00:11:47: Am Anfang standen eben die Putzen.
00:11:49: Die Männer mussten das ja im Freunddienst machen, sie haben aber eine Entschädigung am Anfang einfach etwas trinken gekriegt.
00:11:55: Später dann ein bisschen grösses fest.
00:11:57: Das ist wahrscheinlich der Anfang, dass man den Bach abkollt hat, dass Kinder vor allem den Bach in die Sau abkullten.
00:12:03: Also diese Freude über das Wasser, was wieder kommt in die Stadt ist wahrscheinlich auch eine relativ lange Tradition.
00:12:11: Aber dann eben um nineteen Hundert, wir hatten einen Brünnen, wir hatte eine Grundwasserversorgung und wir hatten dieses Reservoir.
00:12:17: Es ist einfach ... Der Bach hatte nicht die grosse Bedeutung, als er früher war.
00:12:22: Aus diesem Grund ist auch das festste Festlichkeiten um den Bach raumeten und den Bach wurde ein Stück weit in Vergesslichkeit geraten.
00:12:31: Die Heinrich-Wiritz-Sumpf, die sich im Jahr neunzehntzwanzig gegründet hat, hat aber dafür gesorgt, dass der Bachfisch heute wieder so zu sagen reanimiert.
00:12:41: Vielleicht etwas von Heinrich Wirizumpf, die hat sich zur Zitat Erhaltung der alten Sitten und Gebräuchern gegründet.
00:12:49: Und hat ja ein bisschen das Patronat für den Bachfischt übernommen?
00:12:53: Kannst du uns etwas darüber erzählen wie es genau abgelaufen ist?
00:12:57: Ich muss noch mal in ein paar fünfzig- sechzehn Jahre zurückgehen.
00:13:01: Das Bachfischendlied hat schon gegeben.
00:13:04: Es war eigentlich ein Kind oder ein Volksfest.
00:13:07: Dann hat es dann im Mitte des Jahrhunderts einen Anlauf geben, das Fest wiederzubeleben.
00:13:13: Das war nicht so erfolgreich.
00:13:15: Und dann muss es im Jahr die Tiefpunkte sein.
00:13:19: Es sind nur ein paar einzelne Kinder, die daran teilgenommen haben.
00:13:23: Daraufhin wurde diese Zunft gegründet.
00:13:25: Nicht nur wegen dem Bachfischen, sondern allgemein um so alte Brüche zu erhalten oder wiederzuleben.
00:13:32: und unter dem Patronat dieser Zunft ist es wirklich auch gelungen, den Fest wirklich neues Leben einzuhachen.
00:13:40: unterschiedlichen Versuchen.
00:13:41: Es gab dann nur noch ein Tanzen, das wurde abgeschafft.
00:13:45: Aber unter dem Patronat hat sich dieses Fest zu dem entwickelt, was es heute ist?
00:13:50: Der Brauch wurde vor allem durch die Initiative des Eugen Bircher wieder ins Leben gerufen.
00:13:57: Eugen bircher war Chefarzt am Kantonspital, er war auch Divisionär und Nationalrat, aber er war eine umstrittene Person.
00:14:08: Wir haben den Gegner der damaligen politischen Linken gewesen.
00:14:12: Er hat eine Nähe gezeigt an Nationalsozialismus und war auch antisemitisch.
00:14:18: Hat das irgendeine Zusammenhang, den Bach fischt oder das Revival eines Brauchens in Persönlichkeit?
00:14:25: Ich glaube wir dürfen jetzt nicht den Bach in die Ecken vom rechtsnationalistischen Gedankengut stellen.
00:14:36: Das ist die Idee, dass man alte Brüche wieder belebt.
00:14:40: Die Rückbindung an etwas ursprünglich.
00:14:43: Es ist wie eine Konstruktion von etwasem.
00:14:48: Dass ein Eugen Bircher mit dieser Weltsicht möchte, sogenannte alte Bräuche zu erhalten, passt schon ein Stück weit in die rechts- ... konsolidierrechtsbürgerliche Szene rein.
00:15:04: Was nachher draus geworden ist, ist ein wunderschöner Brauch.
00:15:07: Ich glaube das muss man weit voneinander trennen und gleichzeitig in den Teilen der Geschichte.
00:15:12: Und es war ja nicht nur quasi eine Initiative von Recht, sondern die ganze Gesellschaft interessierte sich Brüche und Feste in Aarau weiterzuleben oder eben auch in einer neuen Form weiterzuläben.
00:15:27: Der Bachfischer war auch nicht das einzige Fest.
00:15:29: Wir dachten z.B.
00:15:30: am Eierzug, welcher sich auch um die Jahrhunderts verändert hat Oder auch andere Brüche.
00:15:35: Da kann man sicher noch weitere aufzählen.
00:15:39: Ja, Aarau und seine Fest, das gehört irgendwie zusammen aus heutiger Sicht.
00:15:43: Wieso sind eigentlich so fester wie den Bachfischen wichtig für eine Stadt wie AarAU?
00:15:49: Ja, Arau hat sich immer etwas auf die Suche nach einer Identität gemacht.
00:15:53: Aaraud ist Kantonshauptstadt aber von einem Kanton, der recht zentral ist wenn man es mit anderen Kantonen vergleicht.
00:16:00: Es ist keine Unistatt Aber diese Feste, wenn man sich auch die Jahr-Splitter von Aarau zum Beispiel anschaut.
00:16:08: Das ist spannend wie viele Artikel diesen Fest auch gewitmet wird.
00:16:13: Also das ist wirklich ein wichtiger Teil der Identität dieser Stadt.
00:16:18: und auch wenn wir mit Leuten reden, die hier wohnen oder mal irgendeine Zeit für ihr Leben hier verbracht haben.
00:16:24: Alle erinnern sich an einen Meilenzug und alle erinnernden sich an den Bachfischen.
00:16:27: Das sind eine Teile der Stadtidentität aber eben... Auch von den Leuten, die hier leben.
00:16:33: Denn es ist ein Brauch, das alle Schulkinder mitmachen und alle verbinden eine eigene Erinnerung an diesen Brauchen.
00:16:43: Sie haben ihn selber erlebt, sie haben ihn selbst mitgebracht.
00:16:45: Mit den Laternen, die wir basteln.
00:16:49: Ist dir das etwas, was du als Historikerin sagen würdest?
00:16:52: Das macht Aarau besonders oder dass es mehr oder anders ist im Vergleich zu anderen Städten, wo du die Geschichte kennst?
00:17:00: Ich glaube, jede Stadt oder jeder Ort hat feste Teile des Jahreskalendens, die wichtig sind.
00:17:10: Aber mit dem Einzug und zusammen mit dem Bach fischen ... Es dunkle mir doch besonders!
00:17:15: Ich vergleiche das manchmal mit Schalanda-Marz in gewissen Engadinerdörfern.
00:17:20: Das ist auch so ein Bruch, der wirklich aus der Stadtbevölkerung rauskommt.
00:17:26: Beispiel Basler Fasnacht ist auch ein Erfolgsfest, das sehr viele Leute teilnehmen.
00:17:31: Aber man muss dort aktiv sein Mitglied von einer Gucke oder von einer Klicke sein um die Teile zu nehmen und sonst ist man Zuschauer.
00:17:40: Und da in Anraut dunkle ich mich immer.
00:17:42: Die Festen, wenn man nicht als Zuschauer ist, sondern man ist Teil davon.
00:17:46: Das macht es anders, also der Blick voraus.
00:17:50: Ich kann das aus meiner eigenen Erfahrung bezeugen... dass Bachfischer auch sehr mit individuellen Erinnerungen zu tun hat.
00:17:59: Ich z.B.
00:17:59: bin immer am Schluss des Umzogs mit meiner Grossmutter das Feuerwerk schauen, wo am Schluss der laute Knall, die wir Morzklapfen nennen, noch stattfindet.
00:18:10: und das ist auch ein Ereignis, den ich heute gerne zurückdenke.
00:18:14: Es ist aber auch so, dass heute zum Beispiel ... Am Umzug sieht man nicht so viele richtige Kerze, sondern LED-Lämpchen.
00:18:23: Wahrscheinlich auch Sicherheitsgründe.
00:18:25: Mittlerweile hat sich das Fest in neuerster Zeit entwickelt, dass zum Beispiel noch die Konzerte nach dem Umzug gespielt werden und der Partyanteil wird immer wichtiger.
00:18:42: Gibt es sonst noch so Elemente, die sich stark verändert haben im Vergleich zu früher?
00:18:50: Zum Beispiel habe ich gehört, dass irgendein Kürbis früher eine Rolle gespielt hat.
00:18:56: Bei diesem Brauch stimmt das?
00:18:59: Früher haben die Kinder keine Laternen mit sich getragen, sondern ausgehölte Kürbes und Reben – wie Rebelicht.
00:19:08: Mit einer Kürbe finde ich ... Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive auch ganz spannend, weil man immer von dem Halloween, das später geführt wird und so als Import aus den USA dargestellt wird.
00:19:19: Das hat gar nichts zu tun mit der Kultur in der Schweiz.
00:19:22: Und dann sieht man aber, dass viel früher in Aarau eben auch Kürbis umgetragen worden sind.
00:19:30: Es gibt doch einen Kürbusbrauch in der Schweizer.
00:19:33: Das sind Veränderungen, die sich zeigen ... Aber auch andere.
00:19:41: Zum Beispiel das Lied, den wir am Anfang gehört haben.
00:19:43: Früher wurde nur Buben angesprochen und jetzt sind auch Meidli angesprochen.
00:19:48: Das ist eine Veränderung.
00:19:50: Ein Bruch, der nicht mit der Zeit geht und nicht anpassungsfähig ist, verliert mich an Relevanz.
00:19:59: Der Bachfisch hat viele Elemente, die eine lange Tradition haben.
00:20:04: Es schafft es aber auch immer wieder sich an Bedürfnis einer Gegenwart anzupassen.
00:20:10: Heute wird der Brauch wirklich gelebt und das ist für viele ein spezielles Ereignis wenn am achte Zauber leichter ausgeht und wir gespannt auf den Umzug warten.
00:20:22: Du hast jetzt viel von Veränderungen und Kontinuitäten geredet.
00:20:26: Die Heinrich-Wierig-Zumpf, wie wir am Anfang gesagt haben, redet davon, dass der älteste kontinuierlich gelebte Brauch von der Schweiz ist.
00:20:36: Und jetzt mit all diesen Veränderungen und Unterbrüchen kann man das so unterschreiben, dass man wirklich sagen kann, es sei ein Brauch, der den ältesten kontinuerlich gelebt, die schon ohne Unterbrauche eine Tradition in der Aarauer Geschichte bildete?
00:20:50: Ich glaube... Man kann drückgucken auf fünfhundert Jahre wachputzten, sich bewusste, wie wichtig der Bach ist und wie auch Viren.
00:21:03: Aber das Volksfest, das heute ist ... Wir haben gehört oder die Kinder haben Reben oder Kürbissen mit sich reiten.
00:21:12: Dann kam das Lied, dann gab es eine Idee mit dem Tänzelen.
00:21:15: Das Datum wurde mehrmals verschoben.
00:21:18: Es ist immer nicht im September, aber nach dem Sankt Verena-Tag gab es verschiedene Anpassungen.
00:21:23: Ich glaube nicht, dass es in einem Brauch, das fünfhundert Jahre gleich geblieben ist.
00:21:27: Wir haben einen Brauch wie er heute gelebt wird, der vor allem im letzten Jahrhundert viele Wandelungen durchgemacht hat, die aber zurückbunden werden kann an einer fünfhundertejährigen Geschichte.
00:21:39: Ist es eine sehr lange Zeit für den Brauch?
00:21:42: Oder gibt es hier ganz viel Brauche, die sich so viel zurücklöhnen lassen?
00:21:48: Das
00:21:49: ist schon besonderlich!
00:21:50: Es ist auch eine sehr langen Zeit.
00:21:53: Ein Fastnacht zum Beispiel hat eine lange Geschichte, aber das ist schon ... Fastnachts gibt es in verschiedenen Orten in Europa mit lokalen Eigenheiten.
00:22:04: Aber den Bachfischen gibt's tatsächlich nur im Aarau und in einer Kleinstadt.
00:22:10: Der braucht gerade lange Geschichten, wie die Lotto zurückgeführt wird.
00:22:16: Das ist schon etwas Besonderes!
00:22:19: Und ist es dann wichtig, dass das so alt ist für uns?
00:22:23: Oder vielleicht wieso ist uns das so wichtig?
00:22:26: Dass man auf solche alte Geschichten zurückgucken
00:22:30: kann.
00:22:30: So einen langen Brauch bedeutet ja, dass wir sich auch in eine Kontinuität von einer Geschichte einstellen können.
00:22:38: Wir sind selber Teil der langen Geschichte und das kann schon identitätsstiftend sein in dieser Stadt und für Menschen ganz allgemein.
00:22:48: Und gleichzeitig ist es auch schön, dass neue Sachen dazugekommen sind.
00:22:52: Je nach Generation kann man die eigenen festen Interessen anbringen als einen Bruch.
00:23:00: Die Kontinuität und die Gleichzeitigeentwicklung ist etwas Schönes aus meiner Sicht.
00:23:06: Ja absolut!
00:23:07: Das ist ein lebendiger Bruch und das bedeutet ja, er entwickelt sich weiter, passt sich an... ...und im Kern erinnert er immer das Gleiche.
00:23:19: so schön macht.
00:23:22: Das
00:23:25: war die Stefanie Marc, danke vielmals bist du da.
00:23:32: Danke, vielenmal an euch!
00:23:34: Mit uns Barbara Mattis und Manuel Neff.
00:23:37: Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt schreibt.
00:23:40: unsere E-Mail Adresse ist Podcast at stadtgeschichten-arao.ch.
00:23:48: Schön seid ihr dabei gewesen.
00:23:59: Podcast!
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